Simatic S7-200 MicroWin und Windows 10

Wir betreuen einen Pool von mehreren Hundert Simatic S7-200 Steuerungen in unterschiedlichsten Konfigurationen, Alter der Installationen zwischen 4 und 18 Jahren. Da kommt es ab und zu vor dass eine kleine Programmänderung durchgeführt oder (selten!) das Programm neu geladen werden muss.
Dazu wird die Anwendung STEP 7 MicroWin benötigt, welche seit Längerem nicht mehr gepflegt wird. Die letzte Version „MicroWin V4.0 SP9“ ist kompatibel mit Windows 7. Unter Windows 10 lässt sich das Programm nicht zum Laufen bewegen.

Deshalb habe ich bisher einen Notebook mit Windows 7 Professional für diesen Zweck bereitgehalten. Es stört mich jedoch dass ich so nicht alle meine regelmässig genutzten Programme auf einem einzigen Rechner dabeihaben kann.

Eine Lösung dafür bietet die Verwendung virtueller Maschinen (VM) unter Windows 10. Davon gibt es einige, die Meisten kostenlos für Einzelplätze. Ein entscheidendes Kriterium ist die native Unterstützung für USB-Ports, da der Anschluss der Steuerung in der Regel über das S7-200 USB/PPI- Kabel erfolgt.
Von daher scheidet Microsofts eigene Virtualisierungtechnik Hyper-V aus. Weitere verbreitete VM sind VMWare Workstation und Oracles VirtualBox.
Nachdem bei VirtualBox explizit „USB-Passtrough“ (meint das dem in der Virtualbox laufenden Betriebssystem exklusiver Zugang auf USB- Ports des PC erlaubt werden kann) als Merkmal hervorgehoben wird, entschied ich mich für diese VM.

Als Erstes die Virtualbox Version 5.2 sowie das ExtensionPack heruntergeladen und installiert. Danach ab einem zum Glück vorhandenen Windows 7 Pro Installationsmedium innerhalb Virtualbox das System installiert. Soweit hat Alles funktioniert, sogar die Freischaltung der Lizenz übers Internet. Als Nächstes Installation von MicroWin gemäss Anleitung auf der Siemens Supportseite. In der VirtualBox muss bei angeschlossenem USB/PPI Kabel dieses für Direktzugriff durch Windows 7 ausgewählt werden.

Die Installation ist jetzt bei mir seit über einem Monat im Einsatz und wurde bereits mehrmals benutzt. Probleme damit gab es bisher keine.

Screenshot VirtualBox > Windows 7 > MicroWin 4.09

 

 

Kleinsteuerung Panasonic FP0R

Eine mir sehr sympathische Klein-SPS, von Panasonic als „Ultra compact PLC“ bezeichnet.
Die Grundeinheit etwa so gross wie eine Schachtel Zigaretten.
Auf dem Bild rechts eine ältere Ausführung noch mit dem NAIS Label mit je 16 Ein- und Ausgängen, links die aktuelle Ausführung mit 8 Ein- und 8 Relaisausgängen.
Zu sehen ist neben der seriellen Schnittstelle der USB Port. Nicht erkennbar seitlich der zusätzliche RS485- Anschluss. Die Grundeinheit kann mit seitlich anreihbaren Erweiterungsmodulen ergänzt werden.
Durch die Kleinheit bieten sich sehr flexible Einbaumöglichkeiten ausserhalb des klassischen Schaltschranks an, auch bei sehr kompakten Maschinen und Apparaten.

Weitere Informationen zu dieser Steuerung finden sich hier bei Panasonic.

Das Programmiersystem Control FPWIN Pro ist eine vollständige EN 61131-2 Implementation auf Niveau Codesys. Einige Details scheinen mir sogar noch eleganter gelöst. Das Programm ist für Codegrössen bis 10’000 Schritte kostenlos, es wird lediglich noch ein Mini-USB Kabel benötigt.

Spannungsreferenz zur Messgerätekontrolle

Ich suchte eine Möglichkeit, vor Ort die Genauigkeit von Batteriemessgeräten zu überprüfen. Diese Geräte messen und zeichnen die Zellenspannung von Bleiakkumulatoren auf. Meistens sind es Einzelzellenmessungen im Bereich von 2 Volt. Dazu benötigte ich eine genaue Spannungsreferenz in etwa dieser Spannungshöhe.
Für die wenigen sporadischen Messungen ist der Kauf einer Präzisions- Spannungsquelle z.B. von Keysight oder Rhode & Schwarz nicht lohnend, also suchte ich nach einer Alternative.

Gefunden habe ich eine integrierte Schaltung vom Linear Technology, die Präzisions- Spannungsreferenz LTC 6655  in der 2.5V Variante. Grundgenauigkeit besser als 0.025%, laut Datenblatt statistisch 90% der Schaltungen sogar < 0.015%. Für Temperaturdrift, Langzeitstabilität und Rauschen sind ebenfalls exzellente Werte angegeben.
Dazu kommt dass von der 2.5V Variante sogar ein Demoboard (DC 2095A) erhältlich ist.

 

Bild: Linear Tech.

Jetzt noch eine praktisch störungsfreie Spannungsversorgung in Form von 4 1.5V Batterien, und fertig ist die Präzisionsspannungsquelle für hochohmige ( >10kOhm) Lasten.

 

Allen-Bradley Micro810 SPS

Die kleinste SPS aus Allen-Bradleys Micro800 Familie ist die Micro810. Es handelt sich dabei um eine der Siemens Logo! sehr ähnliche Steuerung.
Es gibt sie als 120..240VAC, 24VDC oder 12VDC Ausführung mit Relais- oder Halbleiterausgängen. Bei den DC- Ausführungen können 4 der 8 Eingänge wahlweise als Digitaleingang oder Analogeingang 0..10V verwendet werden.

Allen-Bradley Micro 810 mit Display

Das Display ist nicht Bestandteil des Basisgerätes sondern kann separat erworben werden.

Im Gegensatz zur Logo! gibt es keine Erweiterungsmodule und auch keine Kommunikationsschnittstelle ausser dem Programmierport, an den ein USB- Adapter angeschlossen wird.
Das weiss hinterleuchtete Display bietet Mehrfachfunktionen, z.B.:

  • (Eingeschränktes) Programmieren
  • Parametrieren beliebiger Variablen
  • Anzeige programmierbarer Texte
  • Grundeinstellungen des Gerätes
  • Programm laden/speichern/transferieren

Was sie jedoch gegenüber allen anderen solchen „Smart Relay“ Geräten einzigartig macht: Zusammen mit der Programmierumgebung CCW (Connected Components Workbench) wird die Micro810 zur vollwertigen SPS mit ansehnlichem Programm- und Datenspeicher. Programmierbar in den IEC- Sprachen KOP, FUP und IL.

Wir haben die Micro810 jetzt schon in etlichen Anwendungen benutzt, wo wir eine kleine, sehr kostengünstige Steuerung mit grossem Programmspeicher benötigten.