Reparaturen von Simatic- Touchpanels

Eine ganze Serie von Industrieanlagen ist mit der SPS-HMI Kombination Simatic S7-200 und TP 177micro ausgerüstet. Im Lauf der Zeit zeigen sich vor allem an den Touchpanels Alterserscheinungen. Hauptsächliche Mängel sind:
– Ausgebleichte Anzeige
– Defekte Hintergrundbeleuchtung
– Unzuverlässige Touchbedienung

Produktbild Simatic TP 177micro (Quelle: Siemens Industry Mall)

Siemens selbst bietet zwar einen Reparaturservice an, das am häufigste verwendete Micro Panel mit der Bestellnummer 6AV6640-0CA11-0AX0 wird jedoch nicht mehr unterstützt.
Beim Nachfolgemodell 6AV6640-0CA11-0AX1 ist eine Reparatur zur Zeit noch möglich, allerdings nur mit Einsendung des defekten Teils.
So suchten wir nach einer Lösung um diese Anlagen noch für die Zeit bis zum Ende der geplanten Lebensdauer kostengünstig zu erhalten.

Die original verbaute LCD Grafikeinheit inkl. CCFL- Beleuchtung (Technologie: Leuchtstoffröhre!) stammt von Hitachi, Typenbezeichnung SP14Q009 Rev.C. Auch dieses Bauteil ist Original nicht mehr erhältlich, es gibt von chinesischen Anbietern jedoch kompatible Ersatztypen.

Da ich in der Regel gute Erfahrungen mit China- Elektronik machte, habe ich bei einem vertrauenswürdigen Shop ein Panel bestellt und eingebaut.

Das Display liess sich problemlos montieren, die Anschlüsse passten in Länge und Ausführung. Auch die Anzeige der hinterlegten Grafik war originalgetreu.
Nach meinem Eindruck war diese Anzeige sogar etwas kräftiger und kontrastreicher als das Original. Die Ausleuchtung über die ganze Fläche gut verteilt.
Das einzige was nicht funktioniert ist die Kontrasteinstellung im Systemmenü. Die fixe Einstellung ist in Blickrichtung von vorne +/- ein paar Grad zufriedenstellend.


Hier das Systemmenü mit dem ersetzten LCD-Panel. (Die Darstellung ist in Wirklichkeit besser als es auf dem Foto den Anschein hat!)
Nach einer störungsfreien Laufzeit von mehreren Wochen bin ich optimistisch, dass die Reparatur für die nächsten ein bis drei Jahre hält.

Wir bieten den Austausch der LCD- Module auch als Dienstleistung zu günstigen Preisen an. Bei Interesse setzen Sie sich mit uns in Verbindung.

Datenreihen anzeigen mit DatPlot

Viele unserer Geräte zeichnen regelmässig oder im Ereignisfall Daten auf. Ob Steuerung oder HMI /Touchpanel, fast überall werden Datenreihen abgespeichert, die bei Bedarf ausgewertet sein wollen, wie Druck, Temparatur, Feuchtigkeit, Spannung, Strom, Leistung, Laufzeit, etc.
Meist liegen diese Daten im CSV- Format vor. Das sind Textdateien in denen die einzelnen meist numerischen Werte durch definierte Zeichen getrennt sind. Ursprünglich war das festgelegte Trennzeichen ein Komma, daher die Bezeichnung (Comma Separated Value).

Als Werkzeug zur Anzeige und Auswertung bietet sich Microsoft Excel an, welches dieses Datenformat importieren kann. Beinahe Jeder kennt die enormen Möglichkeiten die Excel bietet. Meiner Erfahrung nach wird es aber schnell aufwendig, wenn aus den Daten eine Liniengrafik mit ordentlicher Darstellung werden soll.

Auf der Suche nach einem Programm welches Liniengrafiken aus CSV- Rohdaten anzeigen kann, – auch Vergrössern und Verschieben einzelner Ausschnitte zulässt-, bin ich auf DatPlot gestossen, ein Freeware- Programm übrigens.
Vor Allem bei ersten raschen Datenanalysen vor Ort ist man mit diesem Werkzeug einiges schneller bei brauchbaren Ansichten als mit Excel.

Ich habe DatPlot bereits einige Male verwendet. Die Bedienung ist weitgehend intuitiv, wenn auch wie bei jedem anderen Programm ein wenig Übungssache. Schwierigkeiten treten nur bei der Druckfunktion auf. Keiner meiner Drucker lässt sich ansprechen.

Hier zwei Plots mit Rohdaten aus einer Siemens LOGO, welche Temperatur und Feuchte im Inneren eines Schaltkastens aufzeichnete:

Plot der gesamten Aufzeichnung. Es gibt die Möglichkeit Ereignislinien zu setzen und zu beschriften.
Plot eines vergrösserten Ausschnitts. Vergrössern durch Ziehen eines Rahmens mit der Maus.

Vor etwa 40 Jahren…

Im Herbst 1978 stellte die Firma SAIA aus Murten ihre erste SPS vor.  Dies war mein erster Kontakt und der Beginn meiner Programmierlaufbahn mit SPS. Bei meinem damaligen Arbeitgeber wurde die SAIA PCA2 zur Steuerung von grossen Sterilisatoren im Spitalbereich eingesetzt.
Dies war revolutionär, die vorherigen Steuerungen beruhten im Wesentlichen auf Relaistechnik und elektromechanischen Schrittschaltwerken.
(Es gab noch den Versuch einer Sondersteuerung, welche in TTL-Logik aufgebaut war).

Als Programmiergerät gab es anfangs ein Kästchen mit LED- Anzeige und 16 Tasten. Befehle wurden als 2-stelliger Zahlencode eingegeben. Als Programmierhilfe und Dokumentation gab es einen speziellen Schreibblock mit Spalten für Adresse, Opcode, Wert und Kommentar.

Erst einige Zeit später gab es eine PC- gestützte Programmierumgebung, den Assembler. Erst nur auf einem speziellen Rechner der Firma Kontron (PSI 98), später auf einem MS-DOS Rechner.
Ich weiss noch dass eine komplette Programmierumgebung bestehend aus Rechner mit mindestens 2 Diskettenlaufwerken, Programmierkabel, Simulator und EPROM- Programmiergerät um die 10’000 Franken kostete.